Initiative für soziale Gerechtigkeit Gera ISG e.V.



Aktion Fabienne

Diese Aktion startet zu Beginn des Jahres 2008.
Sie bekommt keine Zeit- sondern eine Zielvorgabe, so ein klein wenig französische Verhältnisse auch in Deutschland.

Bitte verteilt den Link auf diese Aktionsseite weiter.

Druckversion

Fair-Talk-Flyer,
den Erwerbslose den MitarbeiterInnen der ARGEN und Jobcenter vorlegen können, in welchem mit einem Satz erklärt wird, was man von diesen Mitarbeitern erwartet und was man selber dazu leisten möchte, um einen fairen und menschlichen Umgang auf dieser Weise herzustellen.

Flyer hier downloaden (PDF)

Gesucht wird die deutsche Fabienne

Fabienne, ein Beispiel aus Frankreich, wie eine Mitarbeiterin der Agentur für Arbeit Frankreich nicht mehr mitspielte. Zuerst anonym, später offen entstand eine soziale Dynamik "Nein das machen wir nicht mehr mit"! Im Ergebnis ein Buch, die Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik von Sud ANPE (Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit).

Wir möchten auch in Deutschland neue Formen der Verständigung der Lohnabhängigen, egal ob mit oder ohne Arbeit entstehen lassen. Ein Ergebnis, wir nehmen den Druck vom Kessel, sowohl für die Betroffenen wie für die Mitarbeiter! Wir hoffen, dass sich viele an der Suche beteiligen, denn schon der Weg ist ein Teil der Aktion.



Bericht aus dem Innern der Agentur für Arbeit Frankreich/ANPE (Auszüge)

Fabienne Brutus (Foto), erwerbslos wurde Arbeitsvermittlerin Agentur für Arbeit Frankreich/ANPE.
Gleich zu Anfang ein Rundschreiben der Leitung, das allen Beschäftigten der ANPE ein striktes Schweigen über betriebliche Ereignisse verordnete.
Fabienne, seit 4 Jahren beschäftigt, schweigt nicht. Zuerst anonym begann sie eine Enthüllungsgeschichte über das Leiden der Arbeitssuchenden wie auch der Berater!
Du hörst die öffentlichen Verlautbarungen der Leitung und du siehst und erlebst die Realität. Zwei Welten und es ist wichtig, dies der Gesellschaft mitzuteilen.
Fabienne will ihre Arbeit gut machen. Aus ihrem erleben, aus erzählten Geschichten wird ein Buch, das den Alltag, die Innenwelt einer Behörde schildert. Im Buch zeigt sie, wie Statistiken gefälscht werden, wie Leute mutwillig von der Unterstützungsliste gestrichen werden, wie öffentliches Geld verschwendet wird. Das Buch stößt auf Interesse, ein Leser: „Wir erleben heute eine Hierarchie, die vollkommen der Politik untergeordnet ist, die Maßnahmen erzwingt, um radikal die Zahlen zu senken. Gleichzeitig Prämien vergibt für die Gangster.“
So ist einiges in Bewegung gekommen. Gewerkschaften haben das aufgegriffen und Beschäftigte haben sich geweigert, Arbeitsuchende aus den Listen zu streichen oder Sanktionen zu verhängen.
Es formierte sich eine soziale Dynamik: "Nein das machen wir nicht mehr mit"!!!
Mit diesem Hintergrund entstand die Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik von Sud ANPE (Gewerkschaft in der Agentur für Arbeit).

„Unsere Aufgabe ist es vor allem, den Arbeitsuchenden zu helfen, eine Beschäftigung zu finden und das erwarten die Arbeitsuchenden von uns. Aber es gibt einfach keine Arbeit für Alle. Die Zunahme von Gesprächen, die ständigen Aufforderungen zum Besuch der Agentur werden keine Arbeit schaffen, sondern erhöhen nur das Risiko für die Arbeitsuchenden, gezwungen, schikaniert und abgestraft zu werden.
Wir, die Beschäftigten der ANPE, erklären, dass wir auf keine Weise Menschen schaden wollen, die schon durch den Verlust der Beschäftigung und des Einkommens verletzt sind.
Wir verweigern uns, sie auszugrenzen und wir werden keine Streichungen mehr durchführen, ohne vorher die moralischen und menschlichen Folgen mitzubeachten.
Wir schlagen Angebote vor, wir zwingen aber Angebote nicht auf. Wir werden die Arbeitsuchenden nicht zwangsweise in kleine Kästen stecken. Wir erpressen sie auch nicht mit Streichung.
Wir verweigern uns auch der Wut der Arbeitsuchenden ausgesetzt zu werden. Wir verweigern uns, eine soziale Polizei zu sein, angewiesen zur Unterdrückung anstatt als öffentlicher Ratgeber für Beschäftigung agieren zu können.
Weder Arbeitsuchende noch Beschäftigte der ANPE sind verantwortlich für den Zustand des Arbeitsmarktes und für die wachsende Prekarisierung. Wir sind mit den Arbeitsuchenden solidarisch.
Wir weigern uns, falsche Zahlen, unlautere Angebote und leere Unterhaltungen zu produzieren und wir werden unsere beruflichen Praktiken dazu einsetzen, den Nutzern unserer Dienste zu helfen im vollen Respekt ihrer bürgerlichen Rechte.“
Die Beschäftigten der ANPE aus Tarn gewerkschaftlich organisiert bei SUD (Sud-anpe.81@wanadoo.fr).

Es wird uns doch gelingen:
1. die deutsche Fabienne zu finden, wenn nicht wäre die einzige Empfehlung auswandern,
2. eine ähnliche Erklärung zur beruflichen und bürgerlichen Ethik für die Bundesagentur für Arbeit und die ALG II Behörden zu schaffen. (Abschreiben ausdrücklich erwünscht)
3. die Gewerkschaften zum mitmachen zu bewegen, ist dies doch ein Betätigungsfeld z.B. für ver.di.