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Ein Beitrag von Ronald Blaschke zum 1. Mai 2010
Die Vorschläge von Rechten bis Linken zur Ankurbelung und antizyklischen Stabilisierung der Wirtschaft, die auf den Theorien von John Maynard Keynes fußen, kennt fast Jede/r. Keynes hat aber weiter gedacht: „Wir werden wieder diejenigen ehren, die uns lehren, der Stunde und dem Tage tugendhaft und gut gerecht zu werden, jene köstlichen Menschen, die zu einem unmittelbaren Genuß der Dinge fähig sind, die Lilien des Feldes, die sich nicht mühen und die nicht spinnen.“ Diese Haltung zu ehren sei vonnöten, weil die Lösung der wirtschaftlichen Aufgaben der Menschheit in einhundert Jahren infolge des technologischen Fortschritts in Sicht sei. So sah es Keynes 1930 in der Schrift „Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder“. Keynes sah aber auch, dass es in unserer Gesellschaft einer gewaltigen Kulturleistung bedarf, die Kunst des Lebens (wieder) zu entdecken. Denn „nur diejenigen Völker, die die Kunst des Lebens selbst in sich lebendig halten und zu immer höherer Vollkommenheit entwickeln können, die nicht ihr Selbst an die Mittel des Lebens verkaufen, werden fähig sein, den Überfluß zu genießen.“ Wenn das Mittel des Lebens, die Wirtschaft, seine Aufgabe gelöst hat, wäre eine kulturelle Abkehr von der profit-, geld- und arbeitsgetriebenen Produktions- und Konsumtionsweise und von damit verbundenem Wachstum nötig. Es müsse Muße, Muse und der unmittelbare Genuss des Lebens (wieder-)erlernt werden. Gelänge das nicht, droht Keynes zufolge ein „allgemeiner Nervenzusammenbruch“. Ein-Drei-Stunden-Tag oder eine Fünfzehn-Stunden-Woche könne nun zwar die notwendige kulturelle Anpassungsleistung noch eine lange Weile hinausschieben, aber nicht ersetzen, so Keynes. Erich Fromm empfahl bereits 1966 eine weitere politische Maßnahme: „Tatsache ist […], daß die meisten Menschen psychologisch immer noch in den ökonomischen Bedingungen des Mangels befangen sind, während die industrialisierte Welt im Begriff ist, in ein neues Zeitalter des ökonomischen Überflusses einzutreten. Aber wegen dieser psychologischen ‚Phasenverschiebung‘ sind viele Menschen nicht einmal imstande, neue Ideen wie die eines garantierten Einkommens zu begreifen, denn traditionelle Ideen werden gewöhnlich von Gefühlen bestimmt, die ihren Ursprung in früheren Gesellschaften haben.“ Das Grundeinkommen, welches nach einer parteiinternen Studie nunmehr mehrheitlich in der Bevölkerung und in der Wählerschaft der Partei DIE LINKE befürwortet wird, ist eine Belohnung für die kulturelle Leistung, solidarisch mit Erwerbslosen, selbstbestimmter und weniger wirtschaftlich tätig zu sein. So hatte es schon der DGB-Chef Michael Sommer 2002 in einem Interview zum Thema Arbeitszeitverkürzung gesehen: „Wer eine Auszeit aus dem Berufsleben nehmen will, der sollte ein steuerfinanziertes einheitliches Grundeinkommen erhalten, damit er ausreichend abgesichert ist und sein Lebensmodell verwirklichen kann.“ Das Grundeinkommen, ausgeweitet auf alle Menschen, ist letztlich eine monetäre Unterstützung für die notwendige kulturelle Anpassungsleistung: für mehr Muße und Muse, für Kultur, Bildung und Kunst. Das sind Tätigkeitsfelder, die Karl Marx für die volle Fähigkeitsentwicklung des Individuums als notwendig ansah. Eine dritte Maßnahme wäre das, was André Gorz 1997 in seinem Buch „Arbeit zwischen Misere und Utopie“ neben der Arbeitszeitverkürzung und dem Grundeinkommen forderte: Freiräume für selbstorganisierte kulturelle, künstlerische und soziale Betätigungen jenseits wirtschaftlicher Zweckhaftigkeit. Diese sind dann nicht dazu da, die Arbeitsgesellschaft durch die Umwandlung dieser Tätigkeiten in Lohnarbeit zu retten, wie einige Linkskeynesianer meinen, sondern um dem „Nervenzusammenbruch“ zu entgehen und die Kunst des genussvollen Lebens wieder zu erlernen. Die drei genannten politischen Maßnahmen zusammen könnten aus dem nervösen Schrei nach Arbeitsplätzen und Wachstum einen wohlartikulierten Ruf nach einer Kulturgesellschaft werden lassen.
(mit freundlicher Genehmigung des Autors
http://www.linke-bildung-kultur.de/?p=2036)
Am 03.08.2009 ab 17 Uhr findet in Gera wie seit 5 Jahren die Montagsdemo statt. Davor, am 18.05.09 ist die 250. Montagsdemo in ununterbrochener Reihenfolge seit 02.08.2004.
Wir laden alle ein, daran teil zu nehmen.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise und das Verhalten der Politik in Zeiten der Krise, zwingen den mündigen Bürger auf die Straße.
Wenn wir nichts unternehmen ist…
…die soziale Frage in der Krise!
Denn wer ist Gewinner/Verlierer der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise?
Der Staat als "Finanzkrisen-Firewall", er gibt Milliarden gerade denen, die eben erst Milliarden verzockt haben. Doch die Frage, wo ist das Geld denn hin, stellt der Staat nicht.
Dafür behauptet die Wirtschaftswoche, sollte sich die Krise verschlimmern, müsse der Staat die "Wohlfahrtsdosis" erhöhen. Da reiben sich die Minirentnerin und der Hartz IV Bezieher die Augen.
Und da gerade Wahlkampf ist, kommen täglich neue Vorschläge aus allen politischen Lagern.
Die SPD versucht sich mit 300 Euro Steuerbonus, die CDU will wieder einmal den Solidaritätszuschlag abschaffen, die FDP senkt sowieso die Steuern, natürlich nur die direkten, wie Einkommens- und Körperschaftssteuer, warum wohl?
Bayerns Ministerpräsident stimmt dem Vorschlag von NRW-Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU), das Schonvermögen für Hartz-IV-Empfänger wegen der Krise zu erhöhen.
Der zu geringe Freibetrag führt dazu, dass viele ihre Vorsorge verkaufen müssten, und dann im Alter auf den Staat angewiesen sind. Bedauerlich für die Menschen, die das schon hinter sich haben!
Was haben alle bisher aufgezählten Vorschläge gemeinsam? Sie helfen den derzeitigen Armen, den Minirentnern, den ALG II Beziehern nicht weiter. Sie zahlen keine Einkommenssteuer, dafür viele Verbrauchsteuern, wie die Mehrwertsteuer. Im letzten Wahlkampf war die Mehrwertsteuerformel 0+2=3 Prozent Erhöhung, soviel zu den Wahlversprechern.
Und dann ist da noch die Abwrackprämie. Sie hilft nur denen, die noch das nötige Kleingeld für einen Neuwagenkauf haben und in nächster Zeit vorhatten, sich ein neues Auto zuzulegen.
Sie ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. In den Folgejahren wird der Neuwagenabsatz wieder einbrechen und zurzeit verfällt der Schrottpreis und die Schrotthändler wissen nicht mehr wohin mit den "Abgefragten" von denen sicher viele noch ein paar Jahre gut gefahren wären.
Natürlich sollen auch die Sozialabgaben gesenkt werden. Das schafft Arbeitsplätze, weil es die Arbeit billiger macht, wer`s glaubt! Und es würde die Arbeitnehmer vom ersten verdienten Euro an entlasten, sagt man.
Dabei ist es doch ganz einfach, ja gesenkte Sozialabgeben helfen auch jeden Einzelnen, der welche zahlt, aber nur einmal. Ein Unternehmer mit 100 Arbeitern spart dagegen Einhundertmahl die Sozialabgaben, ist doch eine schöne Rechnung oder?
"Es gibt zwei Möglichkeiten, ein weinendes Kind zu beruhigen: ihm eine Geschichte zu erzählen oder, die Welt zu verändern."
Carlo Fabretti
"Ein Leben in Würde auch für die, die ohne Arbeit sind, die Kranken und Alten sollte für Alle selbstverständlich sein."
Thomas Elstner
Was wäre dein Arzt ohne dich, chronisch Kranker? – Ohne dich hätte er nur sporadische Kunden, nur seltene Gäste in seinen Räumen zu begrüßen; ohne dich wäre sein Gehalt wenig gehaltvoll; wäre seine ökonomische Existenz innerhalb des Gesundheitswesens kränkelnd!
Und was wäre die Pharmaindustrie erst ohne dich? – Weil du bist, darf auch sie in diesem Umfang sein; weil du chronisch leidest, wird Bayer und Pfizer ein wohliges Dasein gesichert; weil dich der Schmerz täglich plagt, gibt es für diese Konzerne eine gesicherte Branchenzukunft!
Weißt du, wie wertvoll du bist, pflegebedürftiger Behinderter? – Auch du sicherst den Speise- und Gabentisch derer, die sich deiner annehmen; auch bist du es, der Behörden, Ärzte, Pharmaunternehmen und viele weitere rotieren läßt; du bist ein Unkostenfaktor mit volkswirtschaftlichen Höchstwerten!
Und was schmarotzen sie sich an deiner reich, Arbeitsloser? – Durch deine Existenz ernähren sich Sachbearbeiter, Fallmanager und Vermittler im Staatsdienste; private »In-Arbeit-Presser« füllen sich durch dich und anstatt deiner die Taschen; du sicherst denen, die dich gängeln und drücken den Lohn; wärst du nicht dort wo du bist, wären sie dort wo sie sich sicher sind, nie zu landen!
Hast auch du einen Nutzen, verarmtes Kind aus der Unterschicht? – Sei dir sicher, du kleine Ballastexistenz, dein Dasein ist nützlich. Denke daran, wie du Heere von Sozialarbeitern, Psychologen und entrüsteten Journalisten fütterst; wie du deren Kindern geradezu die satte Wurst vor die Nase hältst; wie dein ärmliches Ausgelachtwerden das sorgenfreie Lächeln derer fördert, die an deinem In-der-Welt-sein gesättigt werden!
Wenig lieb, aber doch teuer bist du, nicht sterben wollender Rentner. Bist du wenigstens vollends wertlos, läßt es sich wenigstens auf dich schimpfen und losgehen? – Aber was wäre das Pflegepersonal ohne dich; langweilen würden sie sich zwischen den rar gesäten Terminen bei Arbeits- und Sozialämtern; wenn du nicht gebrechlich geworden wärst, erbrächen sie sich an Nutzlosigkeit; überflüssig wären die Blutsauger, die sich an deiner Antiquiertheit laben - all jene, die dir gerädertes Essen liefern oder in einem sterilen Büro deine Rente verwalten; durch deine Greisenhaftigkeit wissen sich Familien und deren Kinder genährt – gelebte Generationengerechtigkeit!
Aber du, obdachloser Penner, erlaubst uns doch sicherlich, dir keinen Wert einzuräumen? – Aber was wäre dann mit denen, die sich deiner annehmen und sich durch diese Annahme ihr Brot sichern; oder mit solchen, die deine wenigen Belange am Staat verwalten und bearbeiten; oder mit jenen, die dich in einen Bus packen und dich aus der Stadt herausfahren, wenn ein städtisch-öffentliches Ereignis ins Haus steht, bei dem die Stadt nicht durch herrschende Obdachlosigkeit diskreditiert werden will?
Ihr Wertlosen, was gebt ihr dieser Gesellschaft nur zu Essen! Arbeitgeber seid ihr, Lebensspender, verkannte Ernährer von Großfamilien! Durch euch wird geurlaubt, wird gekauft, wird ein wohliges Leben ermöglicht! Ihr seid der wahre Wert der Wertschöpfung, ohne euch sähen viele Mittagstische spärlicher, viele Kinderzimmer leerer, viele Geldbeutel windiger aus! Der Dank, den man euch dafür entgegenbringt, muß euch mit Stolz erfüllen...
by roberto j. de lapuente
Der Marketing-Guru hatte eine weltweite Versammlung einberufen. In der Eröffnungsansprache sagte er zu seinen Managern:
"Wir können die Menschen nicht davon abhalten, ihr Leben zu genießen. Wir können sie auch nicht davon abhalten, Bücher zu lesen und dadurch Ihr Leben besser zu verstehen.
Wir können sie aber davon abhalten, dass sie persönliche Beziehungen voller Liebe zu ihren Mitmenschen entwickeln und beibehalten. Wenn ihnen das gelingt, ist unsere Macht über sie gebrochen. Und wenn sie lieben, sind wir in Gefahr.
Also, lasst sie mit ihren Freunden und Verwandten zusammen sein. Lasst ihnen ihren Lebensstil, aber stehlt ihre Zeit, sodass sie keine Liebesbeziehungen zu ihren Mitmenschen aufbauen können - und auf keinen Fall - miteinander reden! Das ist mein Auftrag an Euch, Manager für weltweites Marketing. Lenkt sie davon ab!"
"Wie sollen wir das anstellen?" fragten seine Manager.
"Beschäftigt sie ständig mit der ganzen Fülle unwichtiger Nebensächlichkeiten des alltäglichen Lebens und denkt Euch immer wieder etwas Neues aus, um ihre Gedanken zu beherrschen ", antwortete der Marketing-Guru.
"Verleitet sie dazu, dass sie viel Geld ausgeben, viel Materielles verbrauchen und verschwenden, viel ausleihen und auch vieles ausborgen. Überredet die Ehefrauen, sich ganz auf ihren Job zukonzentrieren und unendliche Stunden an ihrem Arbeitsplatz zu verbringen.
Reduziert die Löhne so stark, dass alle jede Woche fünf, am besten sechs Tage arbeiten müssen, jeden Tag 10 bis 12 Stunden. Nur so können sie sich ihren sinnlosen Lebensstil leisten.
Haltet Väter und Mütter davon ab, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, ihnen zuzuhören und mit Ihnen zu reden.
Wenn ihre Familien schließlich auseinandergebrochen sind, wird ihr Zuhause ihnen keinen Schutz mehr bieten.
Stopft ihre Köpfe so voll, dass sie ihre innere Stimme nicht mehr hören können. Verführt sie dazu, ständig das Radio oder den mp3-Player einzuschalten, wenn sie unterwegs sind.
Seht zu, dass unermüdlich der Fernseher, der DVD-Player, der CD-Player und die Computer in ihrer Nähe laufen.
Und passt auf, dass in keinem Geschäft und in keinem Restaurant dieser Welt irgendwann während des Tages oder der Nacht etwa eine schöne und harmonische Musik zu hören ist, bombardiert sie vielmehr mit zotiger und aufpeitschender Musik, so laut ihr könnt.
Das wird allmählich ihre Gedanken vergiften, und die Einheit und Verbundenheit mit Nachbarn, Freunden und Arbeitskollegen zerstören. Überschwemmt die Frühstückstische mit Zeitungen und Zeitschriften.
Hämmert ihnen 24 Stunden lang am Tag die neuesten Nachrichten ein.
Bedeckt die Strassen mit Schildern und Plakaten für irgendwelche Produkte, und redet ihnen ein, dass sie diese unbedingt zum glücklich sein brauchen. Überflutet ihre Briefkästen mit Werbung, mit Angeboten von Gratis-Produkten und Diensten, die falsche Hoffnungen wecken.
Bildet in den Zeitschriften und auf den Titelseiten schöne, gut geformte Männer und Frauen ab, damit die Ehe- und Lebenspartner immer mehr glauben, dass äußere Schönheit entscheidend ist und sie ihre Partner nicht mehrattraktiv finden.
Auch das wird dazu beitragen, die Familien ganzschnell zu zerstören. Lasst sie auch nicht im Urlaub zur Ruhe kommen.
Gebt Euch alle Mühe, sie ständig abzulenken und zu beschäftigen, sodass sie erschöpft und voller Unruhe zurück zu ihrer Arbeit gehen.
Seht zu, dass sie sich nicht durch Spaziergänge und Wanderungen an der Natur erfreuen und auf keinen Fall etwa die Schönheiten der Natur wahrnehmen. Schickt sie statt dessen in Vergnügungsparks, Discos, zu Sportveranstaltungen, Konzerten und ins Kino.
Euer Ziel muss sein, dass sie beschäftigt, beschäftigt und noch einmal beschäftigt sind, dass sie bloß keine Zeit mit der Frage nachdem Sinn des Lebens und in liebevollen Beziehungen verbringen.
Und wenn sie sich mit anderen Menschen treffen, dann lasst sie nicht über Liebe sprechen, sondern reizt sie an zu Mobbing, Klatsch und Small Talk, sodass sie sich mit einem schlechten Gewissen und unguten Gefühlen verabschieden.
Vor allem sage ich euch immer wieder, haltet sie davon ab, dass sie Zeit finden, miteinander zu reden. Sie sollen nur übereinander reden, am besten über die, die gerade nicht anwesend sind. Ich kann es nicht ausstehen, wenn Leute harmonisch zusammensitzen und sich am Leben erfreuen!
Lasst ja nicht ab in euren Bemühungen. Sie müssen immerzu beschäftigt sein, damit sie keine neuen Kontakte knüpfen und neue Freunde gewinnen können. Liefert ihnen für diesen angeblichen Mangel an Zeit so viele gute Entschuldigungen, dass sie keine Kraft mehr aus ihren Freundschaften und Liebesbeziehungen schöpfen.
Bald werden sie aus ihrer eigenen Kraft leben und ihre Gesundheit, ihre Familie und Freunde für die Sicherheit, das Ansehen vor der Welt und ein gutes Gehalt opfern. Es wird funktionieren!"
Es war ein tolles Treffen. Die Manager flogen zurück in ihre Heimatländer, um die Menschen überall auf der Welt noch mehr als bisher zu beschäftigen, um sie rastlos und ruhelos zu machen, ihnen noch mehr einzuflüstern, sie müssten hierhin und dorthin rennen.
Danke Don
Wenn Du arm geboren wurdest, dann kennst Du das gute Leben nicht. Deine Armut ist schlimm. Aber Du konntest das Kämpfen von klein auf lernen. Wenn Du den Luxus eines Autos, frischen Gemüses und Fleisches, eines Theater- oder Kinobesuches kennst, trifft Dich die Armut umso härter. Glaub mir. Vielleicht fragst Du Dich, weshalb ich arm geworden bin. Nun, die Umstände sind uninteressant. Jeder Arme hat seine eigene Geschichte. Und die tut kaum etwas zur Sache.
Ein gegebener Anlass um einen kurzen Leitfaden für angehende Arme hier zu präsentieren. Quasi eine kleine Vorwarnung, was Dich so erwarten wird.
Verabschiede Dich als erstes von Fachgeschäften oder Supermärkten mit Markenartikeln. Aldi wird Dein neuer Gourmettempel sein. Aber auch dort wirst Du Dich ausschließlich auf das B-Sortiment beschränken müssen. Mortadella oder Lachsschinken? Vergiss es: Cervelat-Aufschnitt und Schmelzkäse heißen Deine neuen Tellerfreunde.
Du wirst an Gewicht zunehmen. Ja, ich weiß. Das hört sich paradox an. Wo man bei Armen doch immer an ausgemergelte Menschen denkt. Nein, ganz falsch. Überleg mal:
1 Salatkopf = 60 Cent (dann aber sehr günstig)
2 Tomaten = 60 Cent
Essig = 30 Cent
Öl = 1 Euro
——
Macht zusammen: 2,50 Euro.
Sättigkeitsfaktor: max. 4 Stunden.
Für 2,50 bekommst Du 3 Packungen Nudeln mit Fertigsosse, also fast 5 große Portionen. Sättigkeitsfaktor:
1 Tag (Übelkeit inklusive). Alternativ bekommt man für 2,50 Euro ein Schnittbrot a 50 cent und 2 Packungen Cervelat-Aufschnitt. Das reicht locker für einen Tag.
Merke: Auch Schokolade macht ziemlich satt. Und Fett-sein hat als Armer auch Vorteile, denn…
…verabschiede Dich von Deinem Auto. Und von öfftenlichen Verkehrsmitteln. 2,10 für eine Straßenbahnfahrkarte (einfach) ist größter Luxus und nur noch dann akzeptabel, wenn Du zum Arbeitsamt/Jobcenter fahren musst. Spare schon mal vor, Fahrtkosten werden nämlich erst ab 6,00 Euro ersetzt. Da Du als Armer schön dick wirst, spielt das auch keine Rolle mehr, Du wirst das Haus kaum noch verlassen. Wozu auch? Shoppen, Einkaufen, Weggehen, Kino, all das kommt in Zukunft für Dich nicht mehr in Frage. Und so fett wie Du werden wirst, willst Du Dich der Öffentlichkeit nicht mehr präsentieren.
Du wirst Freunde verlieren. Besonders die, die sich gerne selbst eingeladen haben, als Du noch reich warst. Achtung: Du kannst nicht vorhersehen, auf welche Menschen Du Dich wirklich verlassen kannst! Rechne mit dem Schlimmsten. Es können Dich beste Freunde enttäuschen. Auch gute und ehrliche Freunde werden Dir den Rücken kehren. Spätestens wenn Du bei der 3. Frage. ob Du mit ins Kino gehen möchtest aus Scham sagst: Nö, ich hab keine Lust.
Du hast einen Kredit laufen? Nun, informiere Dich schon mal vorab, welche Konsequenzen ein Offenbarungseid hat und wie der Gerichtsvollzieher Deines Bezirks heißt. Sei nett zu ihm/ihr. Er/Sie kann nichts dafür. Sind auch nur Menschen. Pfändung ist nicht das Schlimmste. Man hängt ohnehin viel zu sehr an materiellen Dingen.
Du wirst weniger und/oder recht ausgefallenen Sex haben. Ein Verhütungsmittel (z.B. Pille) kannst Du Dir nicht mehr leisten. Kondome musst Du einteilen. Da Sexspielzeug unpfändbar ist, kannst Du darauf zurückgreifen oder Deine Experimentierfreude mit ungewöhnlichen Stellungen und Praktiken unter Beweis stellen.
Du wirst einen Imagewandel durchleben. Ab jetzt bist Du der Asso. Sobald Du den Fernseher einschaltest oder die Zeitung aufschlägst, wird die Volksmeinung auf Dich niederprasseln. Du bist ein Sozialschmarotzer, eine faule Sau, Du solltest für nen Euro arbeiten, zur Feldarbeit eingeteilt werden (damit Du weißt, wofür Du studiert hast) oder an Maßnahmen teilnehmen, die Dir beibringen, wie Du Word öffnest und Deinen Namen eintippst (Dein Informatikstudium interessiert dabei niemanden, Dein Beruf ist für den Arbeitsvermittle/Staat/Mitbürger und Ankläger nämlich völlig irrelevant).
Kleidung kannst Du ab jetzt nicht mehr kaufen. Es ist von Vorteil, wenn Du als reicher Mensch ein Shopping-Junkie warst und über einen gefüllten Kleiderschrank verfügst. Dummerweise wird Dir vieles nicht mehr passen, weil Du, wie bereits erwähnt, Speck ansetzen wirst. Trenn ein paar Nähte an Stellen, die verdeckt sind (z.B. Hosenbund) auf. Knöpfe kannst Du durch Kordeln oder große Sicherheitsnadeln ersetzen, das verschafft Dir zumindest kurzfristig etwas Spielraum. Verabschiede Dich von Mode! Vergiss am besten, was dieses Wort bedeutet!
Dein Wesen wird sich verändern. Moral und Ethik werden Dir sehr zweitrangig erscheinen. Du hast keine Skrupel mehr, schwarz zu arbeiten, wenn Dir die Stadtwerke mit ner Jahresabschlagszahlung von 200 Euro im Nacken sitzen. Es juckt Dich nicht, an der Uni oder sonstwo Toilettenpapier zu stehlen und Deine Großzügigkeit wird sich in schlimmsten Geiz verkehren (Freunde/Bekannte sollen zum Essen bleiben? Nein, nicht wenn Du dafür den Rest der Woche hungern musst. Glaub mir, das machst Du einmal, und dann nie wieder).
Du wirst sehr kreativ und einfallsreich werden. Die Bedeutung des Sprichworts Not macht erfinderisch wird sich Dir in ihrem gesamten Spektrum erschließen. Ob das in der Küche ist, wo Du aus Mehl, Hefe, Wasser und Tomatenmark ne Pizza zaubern wirst, im Haushalt, wo Du die Wiederverwendbarkeit von Staubsaugerbeutel oder gar den klassischen Besen wiederentdeckst oder ob Du plötzlich Parties nur noch mit Tupperdosen aufsuchst, Du wirst sehr schnell herausfinden, daß auch in Dir eine kreative Ader steckt.
Geduld und Genügsamkeit werden Deine neuen Tugenden werden. Du wirst in zwei Jahren max. 2x zu einem Gespräch mit Deinem Berater vorgelassen. Wenn Du Glück hast, ist es zweimal dieselbe Person. Für das Gespräch über Dein Leben und Deine Zukunft musst Du ca. 10 Minuten einplanen. Mehr Zeit kann Dein Berater leider nicht erübrigen.
Du wirst vermutlich Haarausfall bekommen und/oder Dein Hautbild wird sich verschlechtern. Naja, zwei Jahre Billigfraß gehen nicht spurlos an Dir vorüber. Richte Dich auch darauf ein, daß sich Deine Lebenszeit insgesamt etwas verkürzt. Was aber auch daran liegt, daß…
…Du von jetzt an weniger und schlechter schlafen wirst. Du wirst Dich abends mit Sorgen quälen, Dich im Bett hin- und herwälzen, manchmal bitterlich weinen, manchmal nervös sein, manchmal mit Selbstmordgedanken spielen. Du wirst Alpträume von einem Gerichtsvollziehermonster haben, das Dir die Haut vom Leib pfändet. Und…
…Du wirst häufiger krank sein. Dein Körper wird alleine damit klarkommen müssen. Die 10 Euro für den Arzt investiert Du lieber in ein paar Orangen. Eine Apotheke wirst Du die nächste Zeit nicht mehr besuchen können. Solltest Du ein Rezept vom Arzt bekommen, kannst Du es an den Kühlschrank kleben. Die Zuzahlung kannst Du Dir ohnehin nicht leisten…
…außer Du nimmst an einer medizinischen Studie teil. Z.B. weil die jährliche Betriebskostenabrechnung ins Haus steht, die Telefonrechnung bezahlt werden muss oder Du ein neues Paar Schuhe brauchst.
Du wirst Dein Kapitalvermögen anhand von Pfandflaschen messen.
Du wirst Dich an einen anderen Umgangston gewöhnen müssen. Man wird Dich ab jetzt wie ein widerwärtiges Furunkel behandeln. Du musst also lernen, mit schnippischen Bemerkungen, versteckten Beleidigungen, wahllosen Unterstellungen, ironischem Unter- und kasernenähnlichem Befehlston umzugehen.
Gewöhne Dir in jedem Fall an zu lügen. Gib niemals zu, daß Du Arbeitslosengeld und/oder Hartz IV beziehst!
Und wenn es Dir so richtig schlecht geht, dann komm zur Montagsdemo. Ich kann Dich verstehen, ich hab’s selbst mitgemacht. Ich weiß, wie beschissen das ist. Da hat ein offenes Ohr für Dich.
Danke Katja für den Text.
1. Welchen Intelligenzquotienten muß man mindestens haben, um Unternehmer zu werden?
1. Welchen Intelligenzquotienten muß man mindestens haben, um Unternehmer zu werden?
Alle Antworten können richtig sein, nur das Wort "muß" in der Frage ist falsch! Ein Grundrecht des Unternehmers ist es, jeden beliebigen - auch kleinen - Intelligenzquotienten zu haben, nur der Erfolg zählt!
2. Die Banker halten sich gegenseitig nicht für kreditwürdig und wollen deswegen miteinander keine Geschäfte mehr abschließen. Woran liegt das?
Die Antwort a) ist nur zum Teil richtig, weil sie nicht untätig warten, sondern hinter den Kulissen ihre Lobbyisten dafür sorgen, daß der Steuerzahler die Banker retten.
Die Antworten b) und c) sind wahrscheinlich richtig.
Antwort c) ist falsch, sonst hätten die gut bezahlten Banker nicht einen Schaden in Billionenhöhe anrichten können.
3. Welches Einkommen hat Dr. Peter Hartz nachdem er bei VW einen Schaden von 4,3 Mio. Euro hinterlassen hat?
Antwort b) ist richtig. Er bezieht seine ungeschmälerte Rente in Höhe von 25.718 Euro pro Monat, die sich zusammensetzt aus:
1862 Euro gesetzliche Rente seit November 2005
7649 Euro netto "Betriebsrente" von der "Dillinger Hütte"
16.207 Euro netto "Betriebsrente" für 12 Jahre VW-Vorstand.
Am besten ist allerdings, daß es sich herausgestellt hat, daß die unmenschlichen "Sozialgesetze" SGB II und SGB III nach einem Kriminellen benannt wurden.
4.Der Chef der Real Estate Bank mußte, nachdem herauskam, daß ein Verlust von 50 Mrd. Euro entstanden war, zurücktreten. Welche Einkünfte hat er jetzt?
Die Antworten c) und d) sind richtig.
Er will eine Abfindung erstreiten und er bezieht monatlich 46.000 Euro Ruhebezüge.
5. Wenn die "Lohnnebenkosten" gesenkt werden bedeutet dies für den Arbeitgeber:
Die Antwort b) ist richtig. Die Gesamtlohnkosten sinken.
6. Wenn die "Lohnnebenkosten" gesenkt werden bedeutet dies für den Arbeitnehmer:
Die Antwort b) ist richtig. Da die Sozialversicherungsbeiträge konstant bleiben, sinkt der Nettolohn.
7. Die Managergehälter sind im letzten Jahr um ca. 8 % gestiegen. Mit welchen Argumenten haben die Arbeitgeber dagegen protestiert?
Die Antwort d) ist richtig, es gab keinen Protest der Arbeitgeber
8. Die Gewerkschaft IG Metall fordert für ihre Mitglieder eine Lohnerhöhung von 8 %. Mit welchen Argumenten haben die Arbeitgeber dagegen protestiert?
Die Antworten a), b) und c) sind richtig.
Darüber hinaus sind sie um weitere Argumente gegen die berechtigten Forderungen der Gewerkschafter nicht verlegen.
9. Welches Nettoeinkommen hat ein alleinstehender Hartz-IV-Empfänger (Miete und Heizkosten werden bezahlt)?
Antwort a) ist richtig. 351 Euro pro Monat.
10. Eine Alleinerziehende Mutter erhält für sich und ihr 4-jähriges Kind Hartz-IV (351 Euro + 211 Euro + 126 Euro Mehrbedarf = 688 Euro)Das Kindergeld in Höhe von 154 Euro wird.
Antwort c) ist richtig, weil das Kindergeld aus dem Bedarf als Einkommen wieder heraus gerechnet wird.
11. Wieviel Einkommen erzielt ein Manager während einer Pinkelpause von 7 Minuten (40 Stunden/Woche 500 000 Euro/Monat)?
Antwort d) ist richtig. Man spricht nicht für umsonst von einem "kleinen Geschäft".
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